Das RHEINPFALZ-Wahlblog schließt


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Wählengehen sei Bürgerpflicht, haben wir zum Auftakt des Wahlzeit-Blogs der RHEINPFALZ am 1. Februar 2016 geschrieben. Pflicht einer Tageszeitung ist es, die Menschen in ihrem Verbreitungsgebiet möglichst aktuell und umfassend zu informieren, vor allem auch über das (gesellschafts-)politische Leben. Je attraktiver das gelingt, umso größer ist die Aufmerksamkeit der Leser und Nutzer.

Unser Wahlzeit-Blog hat dazu beigetragen, Aufmerksamkeit für die Wahl zu wecken. 200 Beiträge haben wir hier geschrieben und damit viele Kommentare ausgelöst. Unterhaltend und informativ haben wir unsere Texte angelegt, mal mit einem Augenzwinkern, mal etwas provozierend, mal mit überraschenden Verbindungen zu ganz anderen Themen. Wir haben es geschafft, damit auch junge Menschen anzusprechen und bei ihnen für Gesprächsstoff zu sorgen.

Die Landtagswahl ist gelaufen. Das neue Parlament wird ganz anders zusammengesetzt sein als das alte. Die Regierungsbildung wird nicht einfach und noch einige Zeit dauern. In der gedruckten und in der digitalen RHEINPFALZ werden wir Sie darüber auf dem Laufenden halten.

Herzlichen Dank an alle Redaktionsmitglieder, die sich am Blog beteiligt haben. Herzlichen Dank an alle Leserinnen und Leser und alle Kommentatoren. Uns hat es großen Spaß gemacht.

Hiermit schließe ich das RHEINPFALZ-Wahlzeitblog.  Zum Nachlesen bleibt „Wahlzeit“ noch ein paar Wochen erhalten auf der Übersichtsseite zur Landtagswahl auf der RHEINPFALZ-Internetseite.

Das Kreuz mit dem Kreuz


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Ein paar gescheiterte (Ex-)Politiker wollen, so dürfen wir getrost vermuten, die Landtagswahl jetzt möglichst schnell vergessen. Leicht macht man ihnen das nicht. Schließlich hängen mancherorts sogar noch ihre Fotos herum. Um auf andere Gedanken zu kommen, könnten sie nun zum Beispiel in tiefsinnige Lektüre fliehen. An den kommenden Feiertagen empfiehlt sich etwas Geistliches. Das lenkt nicht nur ab, sondern führt auch gleich vor Augen, wie vergänglich Sieg und Niederlage doch sind. Besonders deutlich wird der 1890 gestorbene John Henry Kardinal Newman. „Geht in die politische Welt“, schreibt der katholische Geistliche, ganz offenkundig mit innerem Schaudern. „Überblickt die verschiedenen Rangstufen in der Gemeinschaft, ihre Parteien und ihre Kämpfe, das Ringen der Ehrgeizigen, die Ränke der Schlauen.“ Alles nur „Tumult“, stöhnt der Feingeist. Und stellt dann dagegen: „Das Kreuz.“ Das Kreuz? O je. Der Kardinal hat gar nicht gemeint, woran ein paar gescheiterte (Ex-)Politiker jetzt sofort wieder denken werden. Trotzdem, man macht es ihnen wirklich nicht leicht, die Landtagswahl möglichst schnell zu vergessen.

Nach der Wahl ist vor der Wahl


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Die Wahlurnen sind in den Kellern verschwunden. Die Parteien feiern Erfolge oder lecken die Wunden. Wahlsiegerin Malu Dreyer versucht, eine Regierungskoalition zu bilden. Die Wahlplakate sind abgehängt oder verblassen an Bäumen und Laternenmasten. Kurzum: Die Landtagswahl ist vorbei. Vergessen sind die meisten Slogans auf den Wahlplakaten und vergessen auch so mancher böse Satz, den die Kontrahenten im Eifer des Gefechts formuliert haben.

Alles ist nicht vergessen. In der morgigen Printausgabe der RHEINPFALZ erinnere ich an den einen oder anderen flotten Spruch: Wissen Sie noch, dass die Hühner am Abend gezählt werden? Ist Ihnen klar, dass ein Angstgegner am Sonntagabend zum Wunschpartner geworden ist? Manchmal reden Politiker wie Fußballtrainer: Das Trikot schwitzt nicht von alleine. Nach der Wahl ist vor der Wahl. Und diese ist spätestens im März 2021.

Warten auf grünes Licht


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Der Reiz des Neuen liegt nach der Landtagswahl überall in Mainz in der Luft – fast wie der Frühling. Neue Abgeordnete, neue Fraktionen, eine neue Regierung, die sich gerade sucht. So ist auch die Ansammlung von Grünen-Politikern zu verstehen, die gestern Abend kurz nach 18 Uhr in einem Pulk von Menschen am Münsterplatz in Mainz auf grünes Licht an der Fußgängerampel warteten.

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Wie Ludwigshafener Schüler gewählt hätten


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„Schüler an die Macht“ werden sich die rheinland-pfälzischen Grünen in leichter Abwandlung eines Grönemeyer-Hits angesichts der jetzt veröffentlichen Ergebnisse der Ludwigshafener Schülerwahlen gedacht haben. Denn mit 13 Prozent schneidet die Sonnenblumenpartei hier um knapp acht Punkte besser ab als am 13. März. Die Linken dürften auch in den Jubelchor einstimmen, überspringen sie bei den Neunt- bis Elftklässlern aus fünf Einrichtungen aller Schultypen doch glatt die Fünf-Prozent-Hürde. Auch die Wahlbeteiligung kann sich sehen lassen: Drei Viertel der 2503 vom Stadtjugendring aufgerufenen Jugendlichen machten bereits vom 29. Februar bis 4. März ihr Kreuzchen: jeder Dritte bei der SPD, nur jeder Fünfte bei der CDU. Für die AfD votierten 14 Prozent, sechs Punkte weniger als im Schnitt der beiden Ludwigshafener Wahlkreise. An den  Grönemeyer-Klassiker „Was soll das?“ dürften sich indes die Liberalen mit Blick auf ihr Abschneiden erinnert fühlen. Die FDP verpasste bei den Schülern aus der Chemiestadt nämlich den Einzug in den Landtag.

Die Resultate der Schülerwahlen sind im Internet unter www.lu4u.de/beratung-und-beteiligung/schuelerinnen-und-schuelerwahl-2016/ zu finden

Ich wähle „Weinblog“


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Kurze Rückblende in die Wahlnacht. Das RHEINPFALZ-Pressehaus in Ludwigshafen. Es  ist schon Montag, kurz vor 1 Uhr. Alles ist im Kasten, der Schreibtisch grob aufgeräumt. Ich gehe noch einmal beim Chef vom Dienst-Büro vorbei. Dort sitzt immer noch Alexander Sperk.

Wein / Weinberge

Die richtige Wahl: ein Schluck Pfälzer Wein mitten in den Weinbergen. (Foto: Franck)

Wir winken uns kurz zu. Sperk hat Tage und Wochen zuvor Tabellen, Grafiken und Wahlseiten von der technischen Seite her vorbereitet. Dazu den Datenfluss mit dem Landeswahlleiter abgestimmt. Da muss ein Rädchen ins andere greifen. Mit unserem Südwest-Ressort, bei dem die Fäden der landespolitischen Berichterstattung zusammenlaufen, gab es zwangsläufig viele Absprachen. Immer wieder wurde das Erscheinungsbild der Wahlberichterstattung in der Montagausgabe weiter optimiert. Sperk und ich verstanden uns blind. Es war eine tolle Zusammenarbeit. Bis zum * in der Legende.

Ein kurzes Winken am Ende des Tages. Als ich am Montag in die Redaktion komme, laufe ich zuerst am Chef vom Dienst-Büro vorbei. „Mal schauen, ob er immer noch da sitzt“, denke ich scherzhaft. Aber der Stuhl ist leer. Weiterlesen

Danke!


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Wir wollten mal Danke sagen. Und haben es auch getan. Morgens, als die Kollegin die Tür aufgehalten hat, nachmittags, als die Sekretärin schon unseren Urlaubsantrag ausgefüllt hat, damit wir es nicht selbst machen müssen und abends, als der Kollege zugesagt hat, das Gegenlesen des letzten Artikels zu übernehmen, damit wir es noch rechtzeitig zum Zug schaffen. Kurz gesagt: Wir sind wieder zum alltäglichen Danke übergegangen; denn mit seinem nächtlichen Danke für die Arbeit der Redaktionen am Wahlsonntag hat unser Chefredakteur Michael Garthe an dieser Stelle den Sack des außergewöhnlichen Dankens zugemacht. Wofür wurde die Tage und Wochen vorher nicht alles gedankt. Für die Bereitschaft, den stressreichen Dienst am Wahlsonntag zu übernehmen, für die Dienste des Programmierers, der es uns ermöglicht hat, saubere Tabellen mit Wahlergebnissen zu veröffentlichen, oder für die Fummelarbeit der Grafiker, die aus schnöden Zahlen hübsche Grafiken gemacht haben.

Doch nicht nur bei uns wurde gedankt. Weiterlesen

Koalitionsknutschen nach Fernseh-Vorbild


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Landespolitiker können vom Privatfernsehen lernen. In Mainz müssen die Parteien jetzt irgendwie herausfinden, wer mit wem in den nächsten fünf Jahren herumkoalieren will. Dazu werden sie erst einmal Vorgespräche führen. Und dann Sondierungsgespräche. Und dann Koalitionsverhandlungen. Und dann Gespräche mit den eigenen Leuten, denen sie die Ergebnisse der Vorgespräche, Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen erklären. Also wird erst nach wochenlangem Gezerre feststehen, wer mit wem die neue politische Lebensabschnittsbeziehung eingeht. Dabei ginge das alles viel einfacher. Und schneller. „Pro Sieben“ macht es mit einer neuen Kuppelshow vor. Weiterlesen

Prost Berta!


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„Die rote Berta“ heißt das Infoblatt der Neustadter SPD. Vor der Landtagswahl wurde eine Ausgabe verteilt mit einer etwas zwiespältigen Botschaft in der Titelzeile: Unter dem roten SPD-Würfel prangte ein rotes, verbeultes, dahin siechendes Baustellenschild. Natürlich wollten die Neustadter Genossen damit eigentlich die Probleme aufs Korn nehmen, die CDU-Oberbürgermeister Löffler seiner Stadt bereitet. Aber bei mir blieb haften: Baustelle SPD.

„Die rote Berta“ kam mir wieder in den Sinn, als wir gestern noch einmal die SPD-Ergebnisse bei der Landtagswahl unter die Lupe nahmen. Die sind nämlich in der Pfalz fast durchweg miserabel. Dass Malu Dreyer dennoch in letzter Minute so stark aufholte, verdankt sie den teils deutlichen SPD-Zugewinnen in anderen Landesteilen. Aber wieso kam die SPD in der Pfalz so auf Talfahrt? Weiterlesen

Pugiones a palatinis educti sunt


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Idibus Martiis in factione viridi pugiones a palatinis contra eos educti sunt, qui ei adhuc in Rheno-Palatinatu praeerant. Qui tanta mole cladis in electionibus acceptae excitati novam agendi rationem poposcerint et Danielem Köbler et Ebelinam Lemke obtrectationibus impetiverint et quibus pactoribus eiusdem factionis nunc cum factione sociali democratica cumque factione liberalium de coitione facienda agendum sit, in actis diurnis RHENOPALATIAE hodie editis legi potest.

Dieser Text wird Ihnen mit freundlicher Unterstützung eines Dr. theol., eines Studienrats mit den Fächern Latein, Religion und Philosophie sowie einer Studienrätin mit den Fächern Latein und Mathematik präsentiert. Wer trotzdem Fehler findet, kann im Kommentarbereich auf sie aufmerksam machen. Auch Übersetzungsvorschläge sind willkommen.