Volker macht den Haushalt


Von

FDP-Spitzenkandidat Volker Wissing hat mir einen kleinen Einblick in sein Leben als Wahlkämpfer gegeben: Auf täglich fünf bis sechs Wahlkampfveranstaltungen wird er bis zum Wahltag 13. März für seine Sache werben. Nicht weniger als 60 Mal wird er dabei vom Bundesvorsitzenden der FDP, Christian Lindner, unterstützt.

Bei der Plakatierung wollen die Liberalen minimal kleinere Brötchen backen. Es wird darauf verzichtet, Frontmann Wissing zum „Angstgegner“ zu erheben. So war es angekündigt worden, als die FDP im Dezember die Pläne für ihren Werbefeldzug der Presse vorstellte. Dabei verblüffte die Doppeldeutigkeit des „Angstgegners“. Ist der 68-Kilo-Mann-Wissing, dessen Partei um den Wiedereinzug in den Landtag kämpfen muss, wirklich derjenige, vor dem Malu Dreyer und Julia Klöckner zittern? Nein, so vermessen sind die Liberalen natürlich nicht. Der Slogan sollte vielmehr anspielen auf die Neigung der Deutschen zur Ängstlichkeit, dem Wähler also Mut machen.

Vielleicht war die Doppeldeutigkeit ja doch etwas schwer zu verstehen. Jetzt ist der Slogan eingemottet. Dafür gibt es auf den Plakaten einen neuen Spruch neben Wissings Namen: „Der macht den Haushalt“. Diesen Satz wollen wir angesichts der geballten Frauen-Power bei SPD, CDU und Grünen so deuten: Wissing will Finanzminister werden, ob unter Malu Dreyer oder Julia Klöckner. Waschen, bügeln und kochen sollen die Damen weiterhin gefälligst selbst.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt am von .
Arno Becker

Über Arno Becker

Geboren 1957 im Landkreis Kusel. Studium (Politikwissenschaft, öffentliches Recht) in Mainz. Hat bei der RHEINPFALZ volontiert und unter anderem in der Wirtschaftsredaktion und als Chef der Lokalredaktion Neustadt gearbeitet. Seit 2007 als Leiter des Mainzer Büros Beobachter der Landespolitik.