Keine Spielchen mit Namen, bitte!


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Auch wenn es Menschen gibt, die es nicht glauben können: Redakteure haben eine Ausbildung hinter sich. Im sogenannten Volontariat werden wir nach unserem Studium zwei Jahre lang auf den Job vorbereitet. Dabei erfahren wir nicht nur Nützliches zum Thema Presserecht, sondern werden bisweilen mehr oder weniger dezent darauf hingewiesen, dass wir keine Spielchen mit Namen machen sollen. „No games with names“ – wie es auf Englisch heißt. Irgendwie Schade. Gab es doch beispielsweise lange Zeit einen OB in Landau, der „Schlimmer“ hieß. Was gäbe es da für schöne Wortspiele. Beispielsweise…. Nein. Verboten ist verboten. KEINE Witze mit Namen, auch keine doppeldeutigen Andeutungen.

Was für Journalisten gilt, hat offenbar wenig bis gar keine Bedeutung für Politiker. In Kaiserslautern beispielsweise wetteifern Andreas Rahm (SPD) und Sebastian Rupp (CDU) um ein Direktmandat. Die Parteistrategen haben sich scheinbar bewusst für das Motto „games with names“ entschieden.

Auf den Plakaten der CDU prangt tatsächlich der Slogan „Gib dir einen Rupp“. Bei den Sozialdemokraten findet sich der Spruch „Rahm` die Stimme ab“. Ist das hipp? Ist das albern? Das muss jeder Wähler für sich entscheiden. Seit ich die Plakate gesehen habe, weiß ich jedenfalls, warum Journalisten besser keine Spielchen mit Namen machen sollten.

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Andreas Ganter

Über Andreas Ganter

Kürzel: gana, Jahrgang 1982, überzeugter (Saar-) Pfälzer, studierter Politikwissenschaftler und Theologe, an Landespolitik interessierter Journalist. Hat seit 2014 im Ressort „Südwestdeutsche Zeitung“ verstärkt seine Heimat - die Westpfalz - im Blick, und die sorgt auch auf Landesebene immer wieder für Schlagzeilen (Flughafen Zweibrücken, Windräder im Pfälzerwald …).

Ein Gedanke zu „Keine Spielchen mit Namen, bitte!

  1. Caro

    ich möchte hierzu mal loswerden, dass die Politiker sich hier selbst einen Bock geschossen haben. Das „Megaphon“ vom „Rahm die Stimme ab“-Plakat sieht im Vorbeifahren eher aus wie ein „Daumen nach unten“ und erst auf den 2. Blick, aber bis dahin ist man schon vorbei, merkt man, dass es eine „Flüstertüte“ sein soll.

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