Das Team für die speziellen Fälle


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In der RHEINPFALZ-Redaktion gibt es ein Team für die besonderen Fälle: eine Abteilung mit dem merkwürdigen Namen CvD-Büro. Insgesamt vier Redakteurinnen und Redakteure kümmern sich zusammen mit dem Namensgeber dieser Abteilung, dem Chef vom Dienst (CvD), zentral um alle Aufgaben, die die Redaktion betreffen, aber in den einzelnen Ressorts und Lokalredaktionen nicht wirklich gut aufgehoben sind. Und so sind diese Redakteure im Alltag mit Planungsaufgaben betraut, mit Projekten, mit Sonderaufgaben, die IT-technische Spezialkenntnisse erfordern – kurzum mit allem, was der gemeine RHEINPFALZ-Redakteur nicht so mag.

Und damit sind wir auch schon in diesen arbeitsintensiven Zeiten vor der Wahl: Etwas, mit dem sich der durchschnittliche RHEINPFALZ-Redakteur nur schwer anfreunden kann, ist nämlich die mit vielen Zahlen gefüllte Tabelle. Und Prozente sind sowieso des Teufels. Also wird diese Aufgabe flugs uns CvD’lern übertragen. Wir haben uns darum zu kümmern, dass die Wahlergebnisse fein säuberlich und vollständig tabellarisch gelistet sind.

Vor ungefähr 15 Jahren noch mussten alle Redakteure, unterstützt von vielen fleißigen Helfern und bewaffnet mit Taschenrechnern in allen Variationen, am Wahlabend ran und Zahlen addieren, Prozente ausrechnen und Werte in Tabellen eintragen. An diesen Abenden mussten früher eigentlich alle arbeiten, die nicht bei drei auf den Bäumen waren. Ungefähr seit der Jahrtausendwende ist am Wahlabend zumindest die Erfassung der nackten Daten deutlich entspannter: Wir stehen seither in engem Kontakt mit den IT-Verantwortlichen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems, wo ja alle Wahlergebnisse zusammenlaufen. Und von dort können die Ergebnisse abgerufen und auf einem RHEINPFALZ-Server abgelegt werden. Dann wiederum genügt ein einfaches „Copy & Paste“, um im Redaktionssystem die jeweilige Tabelle zu füllen. Statt Heerscharen von Helfern nur noch ein „Tabellenverantwortlicher“ pro Redaktion …

Damit dies am Wahlabend blutdruckschonend so gehandhabt werden kann, sind allerdings jede Menge Vorarbeiten nötig. CvD-Redakteur Alexander Sperk hat, unterstützt von Kollegin Iris Rechner, schon Anfang des Jahres begonnen, die Tabellen für die Montagausgabe nach der Wahl zu „bauen“: Geschätzt 80 bis 100 Tabellen sind es geworden. 18 davon stehen auf vier Sonderseiten im ersten Teil der Montagausgabe. Die Wahlkreisergebnisse sowie die Ergebnisse der Städte und Verbandsgemeinden sind dort auf einen Blick nachzulesen. Die restlichen verteilen sich auf alle Lokalredaktionen und informieren über die Ergebnisse auf Stadtteil- und Ortsgemeindeebene. Ein Haufen Holz, wenn man bedenkt, dass allein unsere Kuseler Lokalausgabe, die Westricher Rundschau, 98 Gemeinden zu betreuen hat.

Und der Tabellenbau war nur der Anfang. Der zweite Schritt war die Abstimmung mit dem Statistischen Landesamt, damit die Daten auch genau passen. Jede Prozentzahl muss ja am Ende am richtigen Ort stehen, dem richtigen Kandidaten, der richtigen Partei zugeordnet sein. Informatiker Knut Becker aus der Abteilung „IT New Media“ ist inzwischen schon unser Spezialist. Unglaublich, an wie vielen Schräubchen da zu drehen ist, bis alles sauber passt.

Aber nun ist alles vorbereitet, die Abrufe sind getestet, der Wahlabend kann kommen. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass kein Server die Grätsche macht – weder bei uns, noch in Bad Ems. Das wäre dann einer von zwei Fällen, in denen wir Ihnen keine Wahlergebnisse liefern können. Der andere Fall? Wenn die Wahlhelfer mit dem Zählen nicht fertig werden …

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Peter Leister

Über Peter Leister

Als Kind hat Peter Leister immer nur gelesen: erst Pixi-Heftchen, dann Karl May. Später dann Heine, Goethe, Brecht, Hesse. Aber da hat er schon studiert – Germanistik und Kommunikationswissenschaft. Nach dem Studium merkte er, dass man mit Lesen kein Geld verdienen kann, also probierte er, Journalist zu werden, und die RHEINPFALZ hat sich seiner erbarmt. 1984 hat er dort volontiert, seit 1986 ist er dort Redakteur. Er war in diversen Lokalredaktionen und landete 1997 in der Redaktion Chef vom Dienst. Seit Mitte 2000 leitet er als Chef vom Dienst diese Abteilung und bildet in dieser Funktion auch die Volontäre aus. Inzwischen liest der 56-jährige nicht mehr so viel wie früher und versucht sich mit Tanzen, Tischtennis und altersgerechtem Joggen einigermaßen in Form zu halten. Und mit dem Motorrad ist er manchmal sogar ein bisschen schneller unterwegs.