Archiv für den Monat: Februar 2016

Charlys grüne Eier


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Gestern hatte ich Besuch von Charly. Eigentlich heißt er Karlfrieder, aber für uns war und ist er immer nur „der Charly“ gewesen. Er kommt aus Weil in Südbaden. Auch dort in Baden-Württemberg wird am 13. März ein neuer Landtag gewählt. Charly und ich kennen uns seit 35 Jahren. Wir hatten damals jeder ein altes VW-Käfer-Cabrio. Und ein Pouch-Faltboot – made in DDR.  Die zwei Faltboote gibt es immer noch. Als Charly gestern kam, hatte er einen Karton dabei – voll mit grünen Eiern. „Sind die schlecht?“, fragte ich etwas irritiert. „Nein, ganz frisch“, antwortete Charly lachend. Die Eier waren nicht gefärbt. Das Grün war schalenecht. Rot-Grün in Mainz, dazu Grün-Rot in Stuttgart. Wieso also haben solch grüne Eier in den  Landtagswahlkämpfen bisher keine Rolle gespielt? Die Antwort kennt nur das Araucana-Huhn. Weiterlesen

Warum RHEINPFALZ-Redakteure den richtigen Umgang mit Umfrageergebnissen beherrschen müssen


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Von unserer Couch des quälenden Wartens habe ich Ihnen hier schon einmal berichtet. Wer bei der RHEINPFALZ eingestellt werden will, verbringt auf ihren matschbraunen Polstern ganz schön viel Zeit. Angehende Volontäre müssen zu einer ganzen Vorstellungsgesprächsserie: beim Chefredakteur, bei seinem Stellvertreter und beim Chef vom Dienst. Wer sich bei ihnen wacker geschlagen hat, steht vor einer noch größeren Herausforderung: dem gefürchteten Termin bei unserem Verleger Thomas Schaub. Weiterlesen

Warum die Kanzlerin unser Interview korrekturlesen durfte


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Liebe RHEINPFALZ-Leser, bitte seien Sie mir jetzt nicht böse, wenn ich das so offen sage: Manchmal sind Sie ein bisschen kompliziert. Also, natürlich nicht alle, aber doch einige von Ihnen. Zum Beispiel, wenn wir in unseren Lokalteilen über Ihren Verein, Ihre Veranstaltung oder Ihr ausgefallenes Hobby schreiben. Dann sind Sie manchmal ganz empört, wenn wir Ihnen sagen: Nein, Sie dürfen den Artikel vor dem Erscheinen nicht gegenlesen. Andere sind jetzt aus gegenteiligem Grund empört. Sie haben hier im Wahlzeit-Blog mitbekommen: Ja, Angela Merkel durfte sehr wohl unser mit ihr geführtes Exklusiv-Interview vor dem Erscheinen gegenlesen. Also lassen Sie mich bitte noch einmal in aller Ruhe unsere Spielregeln erklären. Weiterlesen

Berliner Presse schaut auf Mainz


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Die Behauptung ist wohl nicht übertrieben, dass die Verhältnisse in Rheinland-Pfalz nicht im Mittelpunkt des Interesses Berliner Hauptstadtkorrespondenten von FAZ, Süddeutscher, Welt oder Spiegel stehen. Detaillierte Kenntnisse über das Land zwischen Wissen (Westerwald) und Schweigen (Südpfalz) sind eher selten, nun, es gibt ja auch 16 Bundesländer. Doch je näher der Termin der Landtagswahl rückt, desto öfter wird in Berlin über Rheinland-Pfalz gesprochen. Ein Gradmesser sind die Hintergrundgespräche, die zum festen Bestandteil des Korrespondentenalltags gehören. Die laufen derzeit anders als sonst. Weiterlesen

Hinter dem Tellerrand liegt der Hunsrück


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Seitdem ich für die RHEINPFALZ schreibe erweitere ich täglich meinen Horizont. Schaue mal hier über meinen Tellerrand, mal da. Aber eine geistige Mauer baute sich in den vergangenen zwei Jahren trotzdem immer weiter auf: Sie beginnt hinter Bobenheim-Roxheim, verläuft über Kirchheimbolanden und endet schließlich in Kusel. Wer jeden Tag für die Pfälzer und über die Pfälzer berichtet, sieht manchmal das Land vor lauter Pfalz nicht mehr. Städte wie Trier und Koblenz waren in der letzten Zeit etwas von meiner Bildfläche verschwunden. Zum Glück brachte sie mir die Landtagswahl zurück und mich dazu, die gewohnten Gefilde zu verlassen. Weiterlesen

Kein Rumgegurke in Ramstein-Miesenbach


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In der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach wird am 13. März auch der Landtag gewählt. Aber nicht nur. Die Bürger wählen auch ihren Verbandsbürgermeister. Der Anlass ist traurig. Amtsinhaber Klaus Layes ist plötzlich gestorben, nach 16 Jahren im Amt. Was für ein Schock. Die drei Kandidaten von CDU, SPD und Freien Wählern haben dann aber doch ganz tapfer Wahlkampf gemacht. Heute Abend stellen sie sich den RHEINPFALZ-Lesern zur Podiumsdiskussion.

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Wie Heiner Geißler und komische Fragen die Kanzlerin verwirren können


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Interviewen die Kanzlerin: RHEINPFALZ-Chefredakteur Michael Garthe (rechts) und Hartmut Rodenwoldt. (Foto: Kunz)

 

„Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck“, warnt ein Zitat, das wahlweise Arthur Schopenhauer, Oscar Wilde, Mark Twain oder den Werbetextern eines Anti-Schuppen-Shampoos zugeschrieben wird. Wer auch immer nun die Erkenntnis hatte, sie ist für Journalisten ganz wichtig. Deshalb denke ich lange darüber nach, mit welcher Frage ich ein Interview eröffne. Schließlich kann ich die so langweilig stellen, dass Unmengen angeödeter Leser lieber gleich zum Artikel eines – natürlich geschätzten – Kollegen springen. Oder so plump, dass mein Gesprächspartner mich gleich für einen ausgemachten Trottel hält. Oder so verwirrend, dass er gar nicht weiß, was ich von ihm will. Letzteres ist dem penetrant gut gelaunten CDU-Moderator gelungen, der am Montag in Landau eine locker-unterhaltsame Gesprächsrunde mit Angela Merkel eröffnen wollte. Weiterlesen