36 Pfälzer fahren nach Mainz


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Nicht immer spannungsfrei – so lässt sich wohl am besten das Verhältnis zwischen Redakteuren und Zahlen beschreiben. Ohne zu viel aus dem Nähkästchen der Redaktion plaudern zu wollen, kann ich hier wohl unumwunden einräumen, dass die wenigsten meiner Kollegen, mich eingenommen, geniale Mathematiker sind. Wir haben es wohl mehr mit Buchstaben als mit Zahlen. Aber am Tag nach der Landtagswahl ist keine Zeit für Ausreden.

An Datenmaterial mangelt es wahrlich nicht. Jetzt muss es nur noch analysiert und interpretiert werden. In der Montagausgabe der RHEINPFALZ erschienen neben den reinen Wahlergebnissen selbstverständlich schon die ersten einordnenden Kommentare. Sie sollen unseren Lesern helfen, zu verstehen, warum Partei A oder B gewonnen hat und Kandidat C erfolglos blieb. Damit ist aber noch längst nicht alles erklärt. Heute habe ich mich durch eine Handreichung des statistischen Landesamtes gewühlt. Auf mehr als 70 Seiten haben die Experten der Behörde dort die Landtagswahl unter die Lupe genommen. Nebenbei bemerkt: Das ist eine reife Leistung. Schließlich haben die Mitarbeiter des Wahlleiters das alles noch in der Wahlnacht gemacht. Heute Morgen lag die Analyse schon vor, bevor ich überhaupt meinen Computer angeschaltet hatte. Schade, dass nicht alle Behörden so zügig arbeiten.

Für die morgige RHEINPFALZ habe ich – neben dem von Christoph Hämmelmann bereits angekündigten Interview mit Bernhard Matheis (CDU) – noch eine Analyse gewagt. Ich habe mir die Daten des statistischen Landesamtes näher angeschaut und für die Pfalz ausgewertet. Das Ergebnis: Wir können uns freuen. Künftig vertreten 36 Abgeordneten aus unserer Region unsere Interessen in der Landeshauptstadt, zwei mehr als in der ablaufenden Legislaturperiode. Das scheint ein Trend zu sein. Von 2006 bis 2011 waren es nämlich nur 33. Die Anzahl der Pfälzer im Landesparlament steigt also  zusehends. Ich wage die Prognose: Wenn es so weitergeht, sitzen im Mainzer Landtag in 100 Jahren nur noch Pfälzer. Schade, dass wir das wohl nicht mehr erleben werden.

Ein Gedanke zu „36 Pfälzer fahren nach Mainz

  1. Hans Henke

    Apropos Zahlen und Pfalz. Wenn Sie sich die Zweitstimmen der Wahlkreise in Rheinland-Pfalz genau anschauen, ist sehr auffällig, dass die AfD in der Pfalz fast durchgängig über 15% geholt hat, im Rest des Landes durchschnittlich 10-11%. Haben Sie da ein Erklärungsmodell?

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