Malu lässt die Narren sprechen


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Eigentlich sollte heute mit dem politischen Aschermittwoch die heiße und laute Phase des Wahlkampfs beginnen. Das ist die Zeit, in der die Kontrahenten der einzelnen Parteien gerne auch etwas heftiger aufeinander losgehen. Am diesjährigen Aschermittwoch soll es allerdings noch ruhig und gesittet bleiben. Das sagen alle. Die Zurückhaltung sei den Opfern des Zugunglücks in Oberbayern geschuldet.

Also enthält sich auch Wahlkämpferin Malu Dreyer an diesem Aschermittwoch barscher Töne. Sie Pflege ohnehin einen ganz anderen Stil als ihre Herausforderin Julia Klöckner, sagt die SPD-Frau beim Heringsessen in der Staatskanzlei. Dreyer stehe für Zusammenhalt, sagt sie: „Ich spalte nicht.“

Und was ist Klöckner-Stil? Die Journalisten wollen es von der Wahlkämpferin Dreyer hören. Aber diese hat sich am diesjährigen Aschermittwoch ja Zurückhaltung auferlegt. Also, Smartphone raus und das Bild vom Rosenmontags-Motivwagen auf den Bildschirm geholt. Dreyer zitiert genüsslich die Narren: „Dramatisch ihr Alarmruf klingelt: / Von Burkas sind wir all‘ umzingelt. / Doch Klöckner heizt die Stimmung an, damit bei der Wahl sie punkten kann.“

Motivwagen

War für den wegen des Sturms abgesagten Mainzer Rosenmontagsumzug vorgesehen: Motivwagen zum Thema „Julia Klöckner macht Stimmung gegen Burkas“. (Foto: dpa)

Man muss gar nichts Böses sagen, man braucht nur andere zu zitieren. Aber morgen geht es richtig los mit dem Wahlkampf. Ganz bestimmt.

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Arno Becker

Über Arno Becker

Geboren 1957 im Landkreis Kusel. Studium (Politikwissenschaft, öffentliches Recht) in Mainz. Hat bei der RHEINPFALZ volontiert und unter anderem in der Wirtschaftsredaktion und als Chef der Lokalredaktion Neustadt gearbeitet. Seit 2007 als Leiter des Mainzer Büros Beobachter der Landespolitik.