Archiv für den Autor: Karin Dauscher

Karin Dauscher

Über Karin Dauscher

Karin Dauscher (49) beobachtet die Landespolitik seit 2001. Sie hat Rot-Gelb, Rot und Rot-Grün an der Regierung erlebt, die Einführung der Ganztagsschule, den Streit um den Nürburgring und das Ringen um die Energiewende. Nach einem Studium der Germanistik, der Politikwissenschaft und der Vergleichenden Literaturwissenschaft volontierte sie in der Öffentlichkeitsabteilung der BASF und wechselte 1994 zur RHEINPFALZ. Ihr Kürzel: kad

Warten auf grünes Licht


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Der Reiz des Neuen liegt nach der Landtagswahl überall in Mainz in der Luft – fast wie der Frühling. Neue Abgeordnete, neue Fraktionen, eine neue Regierung, die sich gerade sucht. So ist auch die Ansammlung von Grünen-Politikern zu verstehen, die gestern Abend kurz nach 18 Uhr in einem Pulk von Menschen am Münsterplatz in Mainz auf grünes Licht an der Fußgängerampel warteten.

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Wahltag: Ich hab’s getan


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Wie die grauen Urnen und die grauen Wahlkabinen doch selbst einem Jugendzentrum etwas Staatstragendes verleihen können. Eben habe ich in meinem Wahlbezirk 4101 in Mainz meine Stimme abgegeben. Es ist für mich immer wieder ein ganz besonderer Akt, den Umschlag in die Urne zu werfen und auf das Wahlergebnis am Abend zu warten. Einmal war ich bisher bei einer Wahl nicht zu Hause und habe meine Stimme per Briefwahl abgegeben. Das Gefühl war anders. Vielleicht mag ich das Emotionale des Wahltags, weil ich mich immer noch aufregen kann über schlechte Politik und weil ich mich freue, wenn kluge Politikerinnen und Politiker guten Lösungen den Weg bahnen im mühsamen politischen Prozess. Vielleicht gehe ich auch gerne wählen wegen Helmut Kohl.

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Ein Tag: Sortieren


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Das Bild zeigt drei Kugelschreiber, einen mit dem Schriftzug der CDU, einen mit dem der Grünen und einem mit SPD-Logo

SPD, Grüne und CDU sind die derzeit im Landtag vertretenen Parteien. Wer kommt morgen rein? (Foto: kad)

Zu Hause hängt die Wahlbenachrichtigung an der Pinnwand. Dem vornehmen Bürgerrecht steht morgen also nichts im Weg. In der Redaktion liegt das Schreibwerkzeug für jede Gelegenheit bereit. Es ist ein Spaß unter den landespolitischen Korrespondenten, zu einer Pressekonferenz der CDU mit dem Kugelschreiber von den Grünen aufzutauchen oder umgekehrt. Ein IHK-Kugelschreiber im grün geführten Wirtschaftsministerium erzielt auch seinen Effekt. Die SPD hat wenig Freude am Mitbringsel vom Steuerzahlerbund. Am Wahlabend finden die Parteien dieses Spiel bestimmt noch weniger lustig als sonst.

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Zwei Tage: Ruhe vor dem Sturm


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Politik wird heute nicht mehr gemacht in Mainz. Deshalb laufen auch in unserem RHEINPFALZ-Büro die Vorbereitungen für den Wahlabend und die Absprachen, welche Politiker wann zu sprechen sind. Die Wahlkämpfer sind überall im Land unterwegs, um noch die letzten Unentschlossenen zu mobilisieren. Nicht nur auf der Straße, auch im Internet. Die Grünen beispielsweise haben eine Aktion „Drei Tage wach“. Rund um die Uhr werden Fragen von Interessenten beantwortet. Wie die Grünen die mangelnden Kenntnisse in der Quantenmechanik schulpolitisch auffangen wollen, lautet eine Frage. Aber es wird auch die Haltung der Partei zu Einhörnern abgefragt. Weiterlesen

Elefanten und Claqueure


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Das war sie also, die Elefantenrunde des SWR, die so viel Wirbel im Vorfeld ausgelöst hat. Mein allererster Eindruck: Die Claqueure im Publikum, die sicher streng quotiert nach Parteizugehörigkeit zugelassen wurden, sollten künftig in Quizshows sitzen. Geht es um ernsthafte politische Themen drei Tage vor einer Landtagswahl, sollte es ruhiger und gesitteter in einem Studio zugehen. Mein zweiter Eindruck: Es mag ja gute Gründe geben, dass der SWR den großen Parteien SPD und CDU, aber auch den Grünen, mehr Sendezeit einräumte als denen, die nicht im Landtag vertreten sind. Aber das wurde zu Beginn der Sendung nicht gesagt, deshalb blieb für die Zuschauer der Eindruck hängen, dass die Kleinen ungerechterweise zu kurz gekommen sind.

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Drei Tage: Blubberblasen „unter drei“


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Wenn sich Journalisten mit Politikern über sensible Themen unterhalten, dann erleichtert ein ungeschriebenes Regelwerk die Kommunikation ungemein. Alles was „unter eins“ gesagt wird, darf unter Angaben der Quelle geschrieben werden. „Unter zwei“ heißt, die Information darf verwendet werden, aber ohne Quellenangabe. Lesen Sie also Formulierungen wie „…nach Informationen der RHEINPFALZ…“ in der Zeitung, handelt es sich in der Regel um Angaben, die „unter zwei“ gemacht wurden.

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Vier Tage: Zuverlässigkeitsgeprüft


Von
Das Foto zeigt einen scheckkartengroßen Ausweis in der Farbe Orange. Seitlich steht "Presse", oben "Landtag Rheinland-Pfalz", dort ist auch das Landtagswappen abgebildet. Darunter steht "Sonderausweis Landtagswahl 2016"

Die Eintrittskarte für das Abgeordnetengebäude am Wahlabend. Der Presse-Sonderausweis.

Liebe Leserinnen und Leser, heute darf ich an dieser Stelle mit einer besonderen Auszeichnung bloggen, denn ich habe ebenso wie der Leiter unseres Mainzer RHEINPFALZ-Büros, Arno Becker,  die Zuverlässigkeitsprüfung durch den rheinland-pfälzischen Landtag erfolgreich bestanden. Das erkennen wir daran, dass uns die Presse-Sonderausweise für die Landtagswahl rechtzeitig per Post zugestellt wurden. Weiterlesen

Fünf Tage: Das Adrenalin steigt


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Puh wird das eng am Sonntag: Die Landtagswahl gerät in ihrem Endspurt noch zu einem richtigen Krimi. Gelingt es der Sozialdemokratin Malu Dreyer, Ministerpräsidentin in der Mainzer Staatskanzlei zu bleiben oder schafft es die CDU-Kandidatin Julia Klöckner die Zeit der SPD-Regierung in Mainz nach 25 Jahren abzulösen? Weiterlesen

Cora oder Eveline? Eine Lesung in Ludwigshafen


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„Die Jagd hatte ihre Instinkte geschult. Als sie den Schatten sah, der ihr über die Schulter fiel, wusste sie sofort, dass ihr Gefahr drohte. (…) Sie rollte sich zur Seite ab, wie sie es im Judotraining gelernt hatte, sah etwas Dunkles vor sich und stieß instinktiv mit der Schere, die sie noch umklammert hielt, darauf ein.“ So fängt der Krimi von Manuel Vermeer „Mit dem Wasser kommt der Tod“ an. Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Spitzenkandidatin der Grünen, Eveline Lemke, ist mit dem Autor auf (Wahlkampf-) Lesereise. Zumindest für den Kreisvorsitzenden der Grünen in Ludwigshafen, Raik Dreher, war am Montag im Ostasieninstitut klar, dass Vermeers Heldin Cora das Alter Ego von Lemke ist. Weiterlesen

Bloß keine roten Manschetten


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Selbst der Gemüseeinkauf am Wochenende wird in diesen Tagen zu einem Gradmesser dafür, welche Parteien nach dem 13. März ein Regierungsbündnis eingehen könnten – und welche nicht. Samstagvormittag in einer Gärtnerei im Mainzer Vorort Gonsenheim: Während ich noch überlege, ob ich meiner Familie einen Salat aus Babyspinat zumuten kann oder doch lieber zum bewährten Feldsalat greife, stürmt Peter Schmitz in Anzug und Krawatte in den Verkaufsraum. Ob sie für die Blumentöpfe mit den Osterglocken vielleicht Manschetten habe, fragt der frühere FDP-Landtagsabgeordnete die Eigentümerin der Gärtnerei. Eine ganze Palette der leuchtend gelb blühenden Narzissen will er mitnehmen. „Ich habe im Moment nur rote“, sagt sie. „Nein, keine roten Manschetten“, sagt Schmitz und schüttelt heftig den Kopf. Weiterlesen