Archiv für den Autor: Christoph Hämmelmann

Christoph Hämmelmann

Über Christoph Hämmelmann

Ursprünglich kannte er nur Landtagswahlen, bei denen immer dieselbe Partei gewinnt: Der 38-Jährige ist als bayerischer Staatsbürger aufgewachsen, hat in Würzburg Theologie studiert. Seit 2003 schreibt er für die RHEINPFALZ. Redakteur war er in den Lokalredaktionen Frankenthal und Ludwigshafen, seit 2014 gehört er zum pfalzweit zuständigen Team des Ressorts „Südwestdeutsche Zeitung“.

Meine turbulente erste Nacht mit Antje


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Wahlnächte sind lang. Aber gleichzeitig können sie auch sehr kurz sein. Das habe ich am 18. September 2005 gemerkt. Da wählte Deutschland einen neuen Bundestag. Und ich saß zusammen mit meiner Kollegin Antje Landmann in der Lokalredaktion Frankenthal, um vom Urnengang in den Umlandgemeinden zu berichten. Über Orte wie Gerolsheim, Kleinniedesheim und Bobenheim-Roxheim haben wir beide dann mehrere Jahre lang gemeinsam geschrieben. Und in dieser Zeit eine Pärchen-Beziehung geführt, die einer soliden Ehe in fortgeschrittenem Stadium glich: kein Siewissenschonwas, aber dafür versteht man sich blind. Ich jedenfalls wusste genau, wen Antje meinte, wenn sie flötete: „Duhuu, einer von uns beiden müsste mal …“ Weiterlesen

Prost Wahlzeit


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Eigentlich hätten wir es wissen müssen: Auf unsere Pfälzer kann man sich verlassen. Aber so ganz wollten wir ihnen doch nicht trauen, als wir vor ein paar Wochen im Büro unseres Chefredakteurs Michael Garthe saßen. Um den Wahlkampf sollte es gehen. Und darum, wie wir nicht nur in der gedruckten RHEINPFALZ, sondern auch im Internet über ihn berichten könnten. Weiterlesen

Wie Landespolitik im Putin-Stil funktionieren würde


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Mischt irgendwie auch den rheinland-pfälzischen Wahlkampf auf: Wladimir Putin. (Foto: dpa)

Wütende Demonstranten bejubeln in diesem Landtagswahlkampf einen Politiker, der in Rheinland-Pfalz gar nicht zur Wahl steht. „Putin! Putin! Putin!“, rufen verärgerte Bürger, die finden: Die etablierten Politikern hierzulande machen alles falsch. Und eine richtige Demokratie sei Deutschland auch nicht mehr. Als Fans des russischen Präsidenten lassen sie auch gleich erkennen, wie Rheinland-Pfalz ihrer Meinung nach regiert werden müsste. Und wie ein anständiger Machtwechsel abzuwickeln wäre. Weiterlesen

Der Demokratie-Experte


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Neuer Kloster-Chef in Heidelberg: Pater Winfried Schwab. (Foto: Stift Admont)

Vor ein paar Tagen habe ich einen Mann interviewt, der ein großer Demokratie-Experte sein muss. Denn er ist ein hoher katholischer Geistlicher. Hoppla, jetzt haben Sie Ihr Feierabend-Bier auf den Bildschirm geprustet? Das tut mir leid. Wischen Sie den Rechner ruhig erst einmal ab, ehe Sie Weiterlesen

Wie eine Bowle die Orakel-Idee meines Chefs wiederbelebt hat


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Grünes Zeug voller gelber Brocken in altväterlicher Schüssel: tauglich als Wahl-Orakel? (Foto: häm)

Als Autor von „Das Pfälzer Tischleindeckdich“ ist mein Ressortleiter Rolf Schlicher so etwas wie ein preisgekrönter Experte fürs Pfälzer Lebensgefühl. Hier im Blog allerdings ist er neulich voll an seinen Lesern vorbeigerauscht. Da hatte er den bunten Abendhimmel über der Kalmit fotografiert, das Bild nach der politischen Farbenlehre gedeutet – und dann die „Wahlzeit“-Fans dazu aufgerufen, nach diesem Muster eigene „Wahl-Orakel“ einzuschicken. Resonanz bislang: exakt null.

Meiner ursprünglichen Meinung nach hätte man es dabei ruhig belassen können. Schließlich werden solche Spielchen auch schnell albern. Aber nun ist mir diese Bowle dazwischengekommen. Weiterlesen

Was die NPD von Wilhelm Busch lernen könnte


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Schon Wilhelm Busch wusste es: „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil stets sie mit Geräusch verbunden.“ Von Wahlkampfparolen schrieb er nichts. Aber er konnte ja auch nicht ahnen, dass sie eines Tages per Lautsprecherwagen durch die Straßen geplärrt würden. Ein RHEINPFALZ-Leser hat uns diese Woche angeschrieben, weil in Kandel die NPD Wohngebiete beschallt habe. Er wollte von uns wissen: Ist das überhaupt legal?

Gute Frage. Weiterlesen

Wie mich die AfD hängenlässt


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Alternative Geldanlage? Ein Pfandflaschenlager im Redaktionsschrank. (Foto: Hämmelmann)

Bei den Kommunalwahlen in Hessen hat die AfD gerade einen sauberen Erfolg eingefahren. Und auch im rheinland-pfälzischen Landtag wird sie wohl eine Menge Sitze gewinnen. Mich allerdings hat die Partei mit ihrem Wahlkampf einfach hängenlassen. Eigentlich hatte ich von ihr erwartet, dass sie mir Argumente liefert, mit denen ich mich spitzer Bemerkungen meiner Kollegen erwehren kann. Denn die lästern gerne über mein Pfandflaschen-Problem. Weiterlesen

Warum ich heute mit Protest rechne


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Ist keine Frau, hat trotzdem viele Berichte über seine Klamotten provoziert: Joseph „Joschka“ Fischer, einst Straßenrevolutionär, später Industrie-Lobbyist, dazwischen Politiker. In weißen Turnschuhen legte er 1985 seinen Amtseid als hessischer Umwelt- und Energieminister ab. (Foto: dpa)

Das gibt bestimmt wieder Ärger. Heute lesen unsere Abonnenten in der gedruckten RHEINPFALZ, auf www.rheinpfalz.de und in unserer App eine „Wahl spezial“-Folge, in der es um die Klamotten der beiden Spitzenkandidatinnen Malu Dreyer (SPD) und Julia Klöckner (CDU) geht. Und um deren Friseurbesuche. Wahrscheinlich sind die ersten Beschwerden schon da, wenn ich nachher in der Redaktion meinen Rechner einschalte: Oberflächlich sei so eine Berichterstattung. Und chauvinistisch, denn über solche Äußerlichkeiten werde immer nur geschrieben, wenn es um Frauen geht.

Mit Verlaub: Da muss ich schon vorab widersprechen. Weiterlesen

Wer die ganz heiße Wahlkampfphase einläutet


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Wann die ganz heiße Wahlkampfphase beginnt, entscheidet eine RHEINPFALZ-Sekretärin. Diesmal hat es Bettina Stephan getan: am 1. März um genau 14.27 Uhr. Da hat sie an uns Redakteure eine E-Mail mit einer alarmierenden Betreff-Zeile verschickt: „Essen Wahlabend – dringend!“ Am 25. Februar um 11.17 Uhr hatte sie sich in gleicher Sache schon einmal gemeldet, da allerdings noch mit eher lockenden als drängenden Worten: „Wer viel schafft, hat auch viel Hunger …“

Doch wir Journalisten sind halt immerzu schwer beschäftigt. Weiterlesen

Jung, cool, haarig


Von
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Die hippen RHEINFPALZ-Jungs: Alexander Graf (links) und Andras Schlick. (Foto: Hämmelmann)

An den Kindern sieht man, wie die Zeit vergeht. Und an den Volontären. Meine beiden 1986 geborenen Kollegen Alexander Graf und Andreas Schlick zeigen mir derzeit in trauter Eintracht, wie der trendige Mann von heute auszusehen hat. Er trägt ein wenig abgetretene, aber doch schicke Lederschuhe, enge Jeans mit umgeschlagenen Hosenbeinen, Pullover, Parka und vor allem: einen kräftigen Vollbart. Dass sie mal so cool aussehen würde, hätten Sie der RHEINPFALZ wohl gar nicht zugetraut. Ich übrigens auch nicht. Ob die Parteien und ihre Landtagskandidaten da mithalten können? Weiterlesen