Kategorie-Archiv: Allgemein

Eine gute Nachricht


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70,4. Ist das nicht die eigentliche Gewinner-Zahl der Landtagswahl? 70,4 Prozent der wahlberechtigten Rheinland-Pfälzer haben ihre Stimme abgegeben.

Das bedeutet: 70,4 Prozent dieser Leute haben sich mindestens einen kurzen Moment lang Gedanken darüber gemacht, wohin sie ihr Kreuzchen setzen. 70,4 Prozent der Menschen haben sich am Sonntag bewusst auf den Weg ins Wahllokal gemacht oder bereits Tage vorher per Briefwahl gewählt. Und sie alle haben verstanden, dass Wählen sie angeht. Und eben auch Landespolitik sie angeht. So hoch war die Wahlbeteiligung seit 1996 nicht mehr.

2,16 Millionen Rheinland-Pfälzer haben in diesem Jahr ihre Stimme abgegeben. Das waren knapp 253.000 mehr, als vor fünf Jahren, wie man in den Analysen des Statistischen Landesamtes nachlesen kann. Den höchsten Wählerzuwachs gibt es landesweit übrigens in der Stadt Speyer und im Landkreis Birkenfeld mit einer um 10,8 Prozentpunkten höheren Wahlbeteiligung als bei der vergangenen Landtagswahl.

Jedes Wahlergebnis sagt etwas aus. Über die, die es produzieren. Also über uns. Das Ergebnis muss deshalb diskutiert, vor allem auch analysiert werden. Das werden wir in den nächsten Tagen weiterhin machen. Auch heute lesen Sie mehrere Artikel unserer Redakteure dazu in der gedruckten RHEINPFALZ, in der App, oder online.

Manche Leute haben das Gefühl, die Medien berichten immer nur über Sensationen und schlechte Nachrichten. Ich finde: 70,4 Prozent – das ist eine gute Nachricht!

Ampel nur mit B 10-Ausbau, wetten?


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Vor drei Wochen fuhr Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem Wahlkampfauftritt in Landau zum nächsten nach Pirmasens. Als sie dort aus dem Auto stieg, sagte sie einen Satz, der Balsam für die Pirmasenser Seele war: „Einmal auf der B 10 fahren – und man ist überzeugt, dass sich da etwas ändern muss.“

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Kam im Auto nach Pirmasens: Angela Merkel. (Foto: dpa)

Wie Merkel geht es täglich tausenden von Autofahrern – die Nadelöhr-Straße nervt. Geändert hat sich am Wahlsonntag schon einmal, dass der bisherige rote Wahlkreis Pirmasens-Land schwarz wurde. CDU-Kandidatin Susanne Ganster siegte. Ob sich bei der B 10 was ändert, das werden wir morgen wissen. Denn dann legt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt den neuen Bundesverkehrswegeplan vor. Das wird spannend. Nach Merkels Worten umso mehr. Weiterlesen

Die Iden des März oder: καὶ σὺ τέκνον


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Heute können die Wahlverlierer sich in Mainz dem Untergang des Abendlands entgegenstemmen und seine Traditionen pflegen. Schließlich schreiben wir den 15. Tag des dritten Monats und mithin seine Mitte, oder, um es ein wenig oberstudienrätlicher zu formulieren: die Iden des März. Das ist jener Tag, an dem anno 44 vor Christus eine Gruppe von Senatoren ihre Unzufriedenheit mit Gaius Julius Cäsar überdeutlich zum Ausdruck brachte: Sie rammten dem römischen Alleinherrscher Dolche in den Leib und beendeten somit neben seinem Leben auch seine politische Karriere. Weiterlesen

Hätte, hätte – Fahradkette


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An Fahrt verloren: Rad ohne Kette. (Foto: dpa)

Was wäre, wenn der rheinland-pfälzische Landtag zu dem Zeitpunkt gewählt worden wäre, den die Verfassung bisher eigentlich vorgesehen hatte: Dort hieß es, dass die Neuwahl frühestens 58 und spätestens 60 Monate nach Beginn der Wahlperiode stattfinden muss. Die Wahlperiode beginnt mit der ersten Sitzung eines neuen Landtags, traditionsgemäß am 18. Mai, dem rheinland-pfälzischen Verfassungstag. Demnach hätte das Parlament eigentlich zwischen dem 18. März und dem 17. Mai 2016 neu gewählt werden müssen. Da am 27. März aber Ostersonntag ist und die Landesregierung die Osterferien als Wahltermin gerne aussparen wollte, hatte sie ursprünglich den 17. April vorgeschlagen.

Stellen Sie sich das einmal vor: Dann wären jetzt noch vier Wochen Wahlkampf. Brrrrrrrrrrrrrrrrr. Aber was hätte sich in diesen vier Wochen noch alles noch hin- und herdrehen, noch alles zum Guten oder zum noch viel Schlimmeren wenden können? Weiterlesen

Gut gewollt und nicht gekonnt


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So langsam tröpfeln seit gestern die Splitter und Details zur Landtagswahl ein. Zum Beispiel das hier: Der AfD ist es in Rheinland-Pfalz nach Angaben von Infratest Dimap gelungen, rund 80.000 vorige Nicht-Wähler zu mobilisieren. Da kann man jetzt parteipolitisch von halten, was man will – eine höhere Wahlbeteiligung ist in einer Demokratie jedenfalls erst einmal begrüßenswert.

Nun ist es aber beim Wählen wie beim Sport. Wer zu lange dem Training fernbleibt, verlernt schnell die einfachsten Grundlagen. Weiterlesen

36 Pfälzer fahren nach Mainz


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Nicht immer spannungsfrei – so lässt sich wohl am besten das Verhältnis zwischen Redakteuren und Zahlen beschreiben. Ohne zu viel aus dem Nähkästchen der Redaktion plaudern zu wollen, kann ich hier wohl unumwunden einräumen, dass die wenigsten meiner Kollegen, mich eingenommen, geniale Mathematiker sind. Wir haben es wohl mehr mit Buchstaben als mit Zahlen. Aber am Tag nach der Landtagswahl ist keine Zeit für Ausreden.

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Zumindest eine Haushaltsfrage wäre geklärt


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Tag 1 nach den Landtagswahlen. Der lange Weg zurück zur Normalität beginnt – nicht nur im Redaktionsalltag. Auch das Straßenbild wird sich in den kommenden Wochen wieder verändern. Langsam aber sicher werden die Wahlplakate, die bisher allerorts den öffentlichen Raum zierten, aus ebendiesem wieder verschwinden: Sie werden abgehängt, übermalt oder sterben, der Witterung ausgesetzt, eines natürlichen Wahlplakat-Todes, verbleichen und zerfleddern, bis nichts mehr als die Erinnerung an sie übrig bleibt. Weiterlesen

Am Tag danach


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Na danke. „Du siehst müde aus“, hat mir vorhin eine Kollegin gesagt. Zum Glück lacht die Sonne, da kann ich die Augenringe hinter einer dunklen Brille verstecken. Aber es ist ja auch spät geworden gestern. Trotzdem muss es heute weitergehen. Mein Kollege Andreas Ganter zum Beispiel hat eben den Pirmasenser Oberbürgermeister Bernhard Matheis interviewt. Der wäre wohl Chef der Staatskanzlei geworden, wenn die CDU die Wahl gewonnen hätte. Warum es anders gekommen und ob er jetzt enttäuscht ist, lesen Sie morgen in der gedruckten RHEINPFALZ, in unserer App und auf unserer Internet-Seite. Andreas Ganter sieht übrigens auch gar nicht müde aus. Vielleicht liegt es ja daran, dass er kleine Kinder hat. Und er das schlaflose Leben daher sowieso gewohnt ist.

Wie mein erster Wahlabend in der Redaktion verlief


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Ich habe eine liebe Freundin, die in Trier wohnt. Wir besuchen uns gegenseitig in regelmäßigen Abständen, und da Trier und mein Wohnort Ludwigshafen doch ein paar Kilometer voneinander entfernt liegen, dehnen wir unsere Besuche immer zu Wochenend-Trips aus, die wir einige Monate im Vorfeld ausmachen. Anfang des Jahres zückten wir beide also wieder unsere Terminkalender. Als meine Freundin das zweite Märzwochenende vorschlug, blockte ich sofort ab: „Da kann ich nicht. Im März bin ich im Südwest-Ressort, und am 13. sind Landtagswahlen. Du kannst dir ja vorstellen, was da in der Redaktion los sein wird.“ Weiterlesen

Spätlese


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So ganz stimmt es nicht. Der Wahlabend ist immer noch nicht ganz zu Ende. Der Chefredakteur hat in seinem Beitrag nämlich nur für die Mantelredaktionen gesprochen – die Print-Kolleg*innen, die fürs Überregionale zuständig sind und hier in der Ludwigshafener Zentrale der RHEINPFALZ zwar im selben Gebäude, aber irgendwie auch in einer anderen Zeitlinie sitzen als wir von der Online-Redaktion. Weiterlesen