Danke!


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Wir wollten mal Danke sagen. Und haben es auch getan. Morgens, als die Kollegin die Tür aufgehalten hat, nachmittags, als die Sekretärin schon unseren Urlaubsantrag ausgefüllt hat, damit wir es nicht selbst machen müssen und abends, als der Kollege zugesagt hat, das Gegenlesen des letzten Artikels zu übernehmen, damit wir es noch rechtzeitig zum Zug schaffen. Kurz gesagt: Wir sind wieder zum alltäglichen Danke übergegangen; denn mit seinem nächtlichen Danke für die Arbeit der Redaktionen am Wahlsonntag hat unser Chefredakteur Michael Garthe an dieser Stelle den Sack des außergewöhnlichen Dankens zugemacht. Wofür wurde die Tage und Wochen vorher nicht alles gedankt. Für die Bereitschaft, den stressreichen Dienst am Wahlsonntag zu übernehmen, für die Dienste des Programmierers, der es uns ermöglicht hat, saubere Tabellen mit Wahlergebnissen zu veröffentlichen, oder für die Fummelarbeit der Grafiker, die aus schnöden Zahlen hübsche Grafiken gemacht haben.

Doch nicht nur bei uns wurde gedankt. Auch in der Politik ist das Danke am Wahlsonntag so sicher wie das Amen in die Kirche. Danke sagen nämlich alle Parteien – egal, ob sie himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt die ersten Hochrechnungen mit Sekt feiern oder mit Mühe verdauen. Tolle Wähler, richtig engagierte Wahlhelfer und großartige Politiker-Kollegen haben sie schließlich alle.  So reiht sich ein Redner an den anderen, ein Politiker dankt mehr als der Vorgänger.

Doch wenige Tage nach der Wahl fällt etwas auf: Ein Danke scheint zu fehlen. Es ist klein, gedruckt und klebt – direkt auf den Wahlplakaten. Normalerweise. Denn nach dieser Wahl suchen wir auf unserem Arbeitsweg nach Ludwigshafen vergeblich nach der kleinen Ansprache, die die Politiker für gewöhnlich auf diesem Weg an ihre Wähler richten. Und natürlich an die, die aus Versehen beim Vorbeigehen mitlesen.

Doch wir wollen nicht allzu streng sein. Schließlich ist kein Mensch unfehlbar, beim Danke-Sagen gleich gar nicht. Haben wir es doch alle mal vergessen. Als die Kollegin die Tür auch gestern schon aufgehalten, die Sekretärin den Wisch auch beim letzten Urlaub ausgefüllt und der Kollege unseren Text auch vergangene Woche schon gelesen hat. Zum Beispiel.

Um die Versäumnisse aufzuholen und weil es sowieso nicht genug davon geben kann: Hier gibt’s Danke zum Ausdrucken, Verschenken und selbst Behalten. Nehmen Sie sich, so viel sie brauchen.

Übrigens: Mit etwas Klebeband hält das Danke auch auf Wahlplakaten.

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Yannika Hecht

Über Yannika Hecht

Die Volontärin erblickte zwar 1991 in München das Licht der Welt, ist seitdem aber zwölfmal umgezogen. Mit dieser Vergangenheit kann sie gut verkraften, dass die Ausbildung zur Redakteurin bei der RHEINPFALZ einige Redaktionswechsel vorsieht. Zurzeit unterstützt sie die Kollegen im Mainzer Büro und schaut sich dort den Wahlkampf aus der Nähe an. Da sie 2011 in Dortmund Moderation und Journalismus für TV und Radio studierte, wird sie im März erstmalig ein Kreuz in Rheinland-Pfalz setzen. (Foto: Dauscher)