Eher ein Unentschieden


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Das war sie also, die mit Spannung erwartete SWR-Fernsehdebatte der beiden Kandidatinnen Malu Dreyer und Julia Klöckner. Keine zehn Minuten war die Sendung zu Ende, schon suchten die Bewerberinnen um das Amt der Ministerpräsidentin den Kontakt mit den zahlreichen Journalisten, die das Duell im Funkhaus des SWR verfolgt hatten. Natürlich wollten Dreyer und Klöckner ihre Interpretationen des Ausgangs der Auseinandersetzung unters Volk bringen.
Der Originalton Klöckner: „Ich konnte meine Themen unterbringen. Leider sind die Sicherheit und die Frauenrechte zu kurz gekommen.“ Und Malu Dreyer gab zu Protokoll: „Ich will Ministerpräsidentin bleiben. Ich hoffe, ich konnte zeigen, dass ich die bessere Alternative bin.“ An Selbstvertrauen fehlt es den beiden  Damen sicher nicht.
Ich habe das Duell mit Spannung verfolgt. Mein Fazit: Unter dem Strich eine Diskussion, die unentschieden ausgegangen ist. Gewonnen hat der Wähler und Zuschauer vor allem bei den Themen Bildung und Familiengeld, denn die unterschiedlichen Positionen der beiden Kandidatinnen sind deutlich geworden. Außerdem war die Debatte sehr sachlich. Überflüssig waren die beiden Schlussworte, eingeübt wie Werbespots, fast schon peinlich.
Als Beobachter mit von der Partie waren auch die ehemaligen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel und Rudolf Scharping. Auch sie zeigten sich angetan von der Sachlichkeit der Debatte.
Für diese Sachlichkeit sorgten natürlich auch die strengen Regeln, die SPD und CDU im Vorfeld mit dem SWR vereinbart hatten. So stoppten zwei Uhren die Redezeiten von Dreyer und Klöckner. Durch Los war entschieden worden, dass Klöckner das erste und Dreyer das letzte Wort haben durfte. Mehr zum Duell morgen früh in der Printausgabe der RHEINPFALZ.

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Arno Becker

Über Arno Becker

Geboren 1957 im Landkreis Kusel. Studium (Politikwissenschaft, öffentliches Recht) in Mainz. Hat bei der RHEINPFALZ volontiert und unter anderem in der Wirtschaftsredaktion und als Chef der Lokalredaktion Neustadt gearbeitet. Seit 2007 als Leiter des Mainzer Büros Beobachter der Landespolitik.