Ein Tag: Sortieren


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Das Bild zeigt drei Kugelschreiber, einen mit dem Schriftzug der CDU, einen mit dem der Grünen und einem mit SPD-Logo

SPD, Grüne und CDU sind die derzeit im Landtag vertretenen Parteien. Wer kommt morgen rein? (Foto: kad)

Zu Hause hängt die Wahlbenachrichtigung an der Pinnwand. Dem vornehmen Bürgerrecht steht morgen also nichts im Weg. In der Redaktion liegt das Schreibwerkzeug für jede Gelegenheit bereit. Es ist ein Spaß unter den landespolitischen Korrespondenten, zu einer Pressekonferenz der CDU mit dem Kugelschreiber von den Grünen aufzutauchen oder umgekehrt. Ein IHK-Kugelschreiber im grün geführten Wirtschaftsministerium erzielt auch seinen Effekt. Die SPD hat wenig Freude am Mitbringsel vom Steuerzahlerbund. Am Wahlabend finden die Parteien dieses Spiel bestimmt noch weniger lustig als sonst.

Persönlich bevorzuge ich ohnehin meinen Füller. Damit schreibe ich schneller und vor allem kann ich danach noch lesen, was ich geschrieben habe. Aber manchmal ist die Tinte leer oder das Schreibwerkzeug hat sich in den Tiefen meiner Taschen versteckt. An Kugelschreibern mangelt es mir selten. Aber vor wenigen Wochen ist es dann doch einmal passiert: Als der Spitzenkandidat der Linken, Jochen Bülow, Redaktionsgast bei uns in Ludwigshafen war, bin ich mit dem Füller und einem Kugelschreiber gewappnet in die Redaktionskonferenz gegangen. Es war vereinbart, dass ich den Text schreibe, also musste ich mir viele Notizen machen. Doch irgendwo zwischen Bülows Forderung nach einer höheren Erbschaftssteuer und der Willkommenskultur für Flüchtlinge ließen mich beide Schreibgeräte im Stich. Zum Glück half mir Kollege Andreas Ganter aus. Es war ein neutraler und guter Stift.

Was mag uns der nächste Landtag an Stiften bescheren? Drei, vier, fünf oder gar sechs unterschiedliche? Sicher werde ich nicht mit der gleichen Leichtigkeit wie bisher die Kugelschreiber bei (un)passender Gelegenheit zücken. Das Klima im Landtag wird sich mit dem Einzug der AfD zweifellos verändern. Aber der Landtag konstituiert sich erst am 18. Mai. Morgen ist erst einmal Wahltag – und das Ende des Wahlkampfs. Gut so.

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Karin Dauscher

Über Karin Dauscher

Karin Dauscher (49) beobachtet die Landespolitik seit 2001. Sie hat Rot-Gelb, Rot und Rot-Grün an der Regierung erlebt, die Einführung der Ganztagsschule, den Streit um den Nürburgring und das Ringen um die Energiewende. Nach einem Studium der Germanistik, der Politikwissenschaft und der Vergleichenden Literaturwissenschaft volontierte sie in der Öffentlichkeitsabteilung der BASF und wechselte 1994 zur RHEINPFALZ. Ihr Kürzel: kad