Cora oder Eveline? Eine Lesung in Ludwigshafen


Von

„Die Jagd hatte ihre Instinkte geschult. Als sie den Schatten sah, der ihr über die Schulter fiel, wusste sie sofort, dass ihr Gefahr drohte. (…) Sie rollte sich zur Seite ab, wie sie es im Judotraining gelernt hatte, sah etwas Dunkles vor sich und stieß instinktiv mit der Schere, die sie noch umklammert hielt, darauf ein.“ So fängt der Krimi von Manuel Vermeer „Mit dem Wasser kommt der Tod“ an. Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Spitzenkandidatin der Grünen, Eveline Lemke, ist mit dem Autor auf (Wahlkampf-) Lesereise. Zumindest für den Kreisvorsitzenden der Grünen in Ludwigshafen, Raik Dreher, war am Montag im Ostasieninstitut klar, dass Vermeers Heldin Cora das Alter Ego von Lemke ist.

Nun, das Sportliche, das Dynamische und ein gewisses Draufgängertum haben die fiktive Cora und die reale Eveline sicher gemeinsam. Aber Lemke kam beispielsweise noch von jeder Delegationsreise nach China heil wieder nach Hause. Auch wüsste ich nicht, dass sie Jägerin ist. Beruflich war sie vor dem Einstieg in die Politik Unternehmensberaterin, nicht Ingenieurin. Im Ostasieninstitut hatte Vermeer am Montag Heimspiel, er ist dort Professor für Sinologie.

Die Lesung war deutlich munterer als der Radiowahlspot der Grünen, den ich auf der Fahrt von Mainz nach Ludwigshafen gehört habe. Düstere Musik, apokalyptische Szenen, wie der Respekt vor der Natur auf der Strecke bliebe, würde das Land nicht mehr von den Grünen mitregiert. Dann kam die freundliche Stimme, doch ich konnte nicht verstehen, was sie sagte, denn in dem Moment schaltete sich mein Navigationsgerät ein: Zweite Straße links abbiegen – ich muss nicht alles politisch deuten in diesen Tagen!

Meinen Text über den Wahlkampf des Grünen Spitzenduos Eveline Lemke und Daniel Köbler lesen Sie morgen in der gedruckten und der digitalen Fassung der RHEINPFALZ.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt am von .
Karin Dauscher

Über Karin Dauscher

Karin Dauscher (49) beobachtet die Landespolitik seit 2001. Sie hat Rot-Gelb, Rot und Rot-Grün an der Regierung erlebt, die Einführung der Ganztagsschule, den Streit um den Nürburgring und das Ringen um die Energiewende. Nach einem Studium der Germanistik, der Politikwissenschaft und der Vergleichenden Literaturwissenschaft volontierte sie in der Öffentlichkeitsabteilung der BASF und wechselte 1994 zur RHEINPFALZ. Ihr Kürzel: kad