Fast vorschriftsmäßig geparkt


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Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein: Die Landeshauptstadt hat sich rausgeputzt. Vor dem Landesmuseum, das während der Renovierung des Landtags übergangsweise das Parlament beherbergen wird, hängen große Fahnen mit dem Landeswappen. Weitere Flaggen werben für Mainz.  Auf der Straße im Regierungsviertel herrscht emsiges Treiben. Viele Anzugträger sind da unterwegs. Viele tragen – gut sichtbar – orangene Schilder. Ich bin einer davon.

Ich soll unsere Redaktion in Mainz unterstützen am heutigen Tag. Bevor es jedoch so weit ist, gilt es ein paar logistische Herausforderungen zu meistern. So sind etwa die Straßen rund um den Landtag und das Abgeordnetenhaus gesperrt. Die Sendewagen diverser Radio- und Fernsehsender stehen hier. Das Medieninteresse ist groß: 1200 Journalisten haben sich akkreditiert. Sie alle tragen besagte orangene Schilder. Mit diesen Ausweisen kommen wir dorthin, wo es spannend ist. Unter anderem zu den diversen Wahlpartys der Parteien.

Parkplätze sind in Mainz Mangelware. Auch heute. Ich habe trotzdem einen gefunden. Ganz in der Nähe der Redaktion habe ich fast vorschriftsmäßig eingeparkt. Lange bleibe ich eh nicht stehen. Gleich muss ich wieder weg. Zur AfD. Deren Wahlparty findet außerhalb des Zentrums statt. Wir Journalisten wissen seit gestern Abend, wo die Partei feiert. Vorher war es streng geheim. Die AfD hatte Angst vor Übergriffen oder, dass ihre Party abgesagt werden muss. Wir Journalisten sollen nicht verraten, wo die Fete steigt. Noch. Gleich fahre ich hin. Später können Sie an dieser Stelle lesen, welch lauschiges Plätzchen die Partei gewählt hat, um den Einzug in den Landtag zu feiern.

Übrigens: Auf der Großen Bleiche, einer Hauptverkehrsader in Mainz, steht ein großer blauer Lkw. Auf ihm prangt – unübersehbar – das Logo des Saarländischen Rundfunks. Was machen die Saarländer hier? Informieren sie sich vielleicht über die Stadt, von der sie nach einer Länderfusion regiert werden?

Der Saarländische Rundfunk hat einen Sendewagen in die Hauptstadt des Nachbarbundeslandes geschickt. Warum nur? (Foto: gana)

Der Saarländische Rundfunk hat einen Sendewagen in die Hauptstadt des Nachbarbundeslandes geschickt. Warum nur? (Foto: gana)

 

 

 

 

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Andreas Ganter

Über Andreas Ganter

Kürzel: gana, Jahrgang 1982, überzeugter (Saar-) Pfälzer, studierter Politikwissenschaftler und Theologe, an Landespolitik interessierter Journalist. Hat seit 2014 im Ressort „Südwestdeutsche Zeitung“ verstärkt seine Heimat - die Westpfalz - im Blick, und die sorgt auch auf Landesebene immer wieder für Schlagzeilen (Flughafen Zweibrücken, Windräder im Pfälzerwald …).