Fiebrig


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Was für ein Tag! 29. Februar. Ein zusätzlicher Tag, wie es ihn nur alle vier Jahre gibt. Eingeschoben,  quasi geschenkt – irgendwie magisch. Auch in Zweibrücken: Was für ein Tag hätte das werden sollen! Die SPD wollte dick auftragen: Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hatte sich angekündigt. Doch heute Morgen, kurz nach 8, dann die Absage: Gabriel hat 39 Fieber und verbringt den magischen Tag des Jahres im Bett. Vielleicht hatte er auch einfach Angst, was ihn in Zweibrücken an einem 29. Februar erwarten könnte. Westpfälzer Schalttagsbräuche? Wer weiß.

Dort wie andernorts in Deutschland gibt’s jedoch heute gar keine besonderen Traditionen. Anders in Irland und Schottland. Da werden am  29. Februar, am so genannten „Leap Day“, die Frauen aktiv. Denn eigentlich nur an diesem einen Tag dürfen sie Männern einen Heiratsantrag machen, sonst nie. Und wehe, der Angebetete lehnt ab: Dann muss er zahlen. Mancherorts reicht es, wenn er die Verschmähte mit Kleingeld abspeist, andernorts muss er ihr ein neues Kleid (aus Seide) kaufen oder gar zwölf  Paar Handschuhe – damit die Frau verbergen kann, dass sie keinen Verlobungsring trägt.

Derlei Szenen wären zwar unterhaltsam, aber selbst in Zweibrücken  nicht zu erwarten gewesen. Sigmar Gabriel ist ja bereits verheiratet – seit 2012 übrigens (Schaltjahr!) und zum zweiten Mal, mit einer Zahnärztin. Wer da wem den Heiratsantrag gemacht hat? Keine Ahnung.

Wie Gabriel nun den Tag im Krankenlager verbringt, ist nicht bekannt. Womöglich schaut er sich die amerikanische Fernsehserie „30 Rock“ an. Dort gibt es passenderweise eine Folge, in der an einem 29. Februar „Leap Day William“ auftaucht – ein lustiger Mann im Anzug, der Tränen gegen Süßigkeiten eintauscht. Die Leute lieben ihn wie den Weihnachtsmann, die Leute feiern ihn.  Er wohnt im Marianengraben und kleidet sich stilsicher in Blau und Gelb – was bei uns jedoch die Farben der FDP sind. Gabriel wird sicher umschalten – das Fieber soll ja runter.

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Steffi Blinn

Über Steffi Blinn

Geboren 1981 in Zweibrücken. Hat gerne und oft die Wahl. Zum Beispiel beruflich: Zeitung oder Bauernhof? Zuerst nur Zeitung, jetzt irgendwie beides. Hat Englisch, Medienwissenschaft und Soziologie in Trier und Dublin studiert, durfte dort aber nicht mitwählen. Lebt, wählt und schreibt in der Westpfalz, Letzteres seit 2011 für die Lokalredaktion Zweibrücken.