Gut gewollt und nicht gekonnt


Von

So langsam tröpfeln seit gestern die Splitter und Details zur Landtagswahl ein. Zum Beispiel das hier: Der AfD ist es in Rheinland-Pfalz nach Angaben von Infratest Dimap gelungen, rund 80.000 vorige Nicht-Wähler zu mobilisieren. Da kann man jetzt parteipolitisch von halten, was man will – eine höhere Wahlbeteiligung ist in einer Demokratie jedenfalls erst einmal begrüßenswert.

Nun ist es aber beim Wählen wie beim Sport. Wer zu lange dem Training fernbleibt, verlernt schnell die einfachsten Grundlagen. So könnte es auch jenem rheinland-pfälzischen AfD-Wähler ergangen sein, der nach der Rückkehr aus dem Wahllokal stolz bei Facebook postete: „ICH HABE MEINEN WAHLSCHEIN UNTERSCHRIEBEN!!!“. In Zeiten von Mainstream-Meinungen und Political Correctness muss man schließlich persönlich Rückgrat beweisen.

Blöd nur, dass der engagierte Demokrat damit seine Stimme ungültig gemacht hat und einer Satirekampagne auf den Leim gegangen ist. „Wahlbetrug vermeiden! Stimmzettel unterschreiben!“ hieß es da auf gefälschten AfD-Wahlplakaten, die vor dem Urnengang im Netz kursierten.

Bösartige Zyniker könnten jetzt behaupten: Wer ein so offensichtlich albernes Internet-Gerücht nicht durchschaut, bringt wohl auch bei anderen Verschwörungstheorien, die täglich durch die sozialen Netzwerke geistern und gerne auch in AfD-Kreisen geteilt werden, nicht viel mehr Recherchekompetenzen auf. Das wäre aber gemein. Denn vielleicht scheint hier auch nur ganz einfach mal wieder die tragische Essenz menschlichen Daseins durch: Gut gewollt und nicht gekonnt.