Die große Durchreiche


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Das ist hart. Fünf bisherige Landtagsabgeordnete aus der Pfalz haben gestern Abend den Wiedereinzug in den Landtag nicht mehr geschafft. Aus und vorbei! Getroffen hat es bei der SPD Bernhard Kukatzki (Schifferstadt) und Walter Feiniler (Speyer). Beide waren im Verlauf der abgelaufenen Legislaturperiode als Nachrücker in den Landtag gekommen und wollten es diesmal aus eigener Kraft schaffen. Das ist fehlgeschlagen.

Ebenso aus dem Landtag geflogen sind bei den Grünen Ruth Ratter (Deidesheim) und Fred Konrad (Käshofen, Kreis Südwestpfalz). Bei der CDU hat es Marcus Klein (Steinwenden, Kreis Kaiserslautern) nicht mehr geschafft. Der stand zwar auf Listenplatz 24 gar nicht so schlecht. Denn die CDU stellt künftig 35 Abgeordnete. Doch Klein hatte schon so gegen 20 Uhr kein gutes Gefühl: Über zehn Kollegen seien an ihm vorbeimarschiert; damit sei er höchstwahrscheinlich draußen, sagte er meinem Kollegen Rainer Dick von der Lokalredaktion Kaiserslautern. So kam es. Weil etliche CDU-Kandidaten, die auf der Landesliste schlechter als er platziert waren, das Direktmandat holten, wurde Klein nach hinten durchgereicht. Platz 23 hat noch gereicht. Ganz bitter für Klein, der – was die Kleinen Anfragen betrifft – einer der fleißigsten Abgeordneten war. Knapp 200 hatte er in den vergangenen fünf Jahren gestellt. An diesem Wahlabend hat Klein nur eine Frage: Warum hat es nicht gereicht?

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Rolf Schlicher

Über Rolf Schlicher

Geboren 1955 am Fuße des Betzenbergs. Während des Studiums (Politikwissenschaften, Germanistik) Volontariat bei der RHEINPFALZ. Leitet dort seit 2000 das Ressort „Südwestdeutsche Zeitung“. Begleitete bisher journalistisch sechs Landtagswahlen. Für sein Buch „Das Pfälzer Tischleindeckdich“ 2015 mit dem „Medienpreis Pfalz“ des Bezirksverbandes ausgezeichnet.