Ich wähle „Weinblog“


Von

Kurze Rückblende in die Wahlnacht. Das RHEINPFALZ-Pressehaus in Ludwigshafen. Es  ist schon Montag, kurz vor 1 Uhr. Alles ist im Kasten, der Schreibtisch grob aufgeräumt. Ich gehe noch einmal beim Chef vom Dienst-Büro vorbei. Dort sitzt immer noch Alexander Sperk.

Wein / Weinberge

Die richtige Wahl: ein Schluck Pfälzer Wein mitten in den Weinbergen. (Foto: Franck)

Wir winken uns kurz zu. Sperk hat Tage und Wochen zuvor Tabellen, Grafiken und Wahlseiten von der technischen Seite her vorbereitet. Dazu den Datenfluss mit dem Landeswahlleiter abgestimmt. Da muss ein Rädchen ins andere greifen. Mit unserem Südwest-Ressort, bei dem die Fäden der landespolitischen Berichterstattung zusammenlaufen, gab es zwangsläufig viele Absprachen. Immer wieder wurde das Erscheinungsbild der Wahlberichterstattung in der Montagausgabe weiter optimiert. Sperk und ich verstanden uns blind. Es war eine tolle Zusammenarbeit. Bis zum * in der Legende.

Ein kurzes Winken am Ende des Tages. Als ich am Montag in die Redaktion komme, laufe ich zuerst am Chef vom Dienst-Büro vorbei. „Mal schauen, ob er immer noch da sitzt“, denke ich scherzhaft. Aber der Stuhl ist leer. Alexander Sperk ist nicht da. Nun gut, seine Arbeit in dieser Hinsicht war mit der Wahlnacht auch getan. Jetzt am Montag geht es vor allem ums Inhaltliche: Was sind die Koalitionsmöglichkeiten, was die Knackpunkte? Auch am Dienstag ist von Alexander Sperk nichts zu sehen. „Gut, nach der Zahlenschlacht vom Sonntagabend hat er sich eine Pause verdient“, sage ich mir.

Gestern klingelte dann das Telefon, Alexander Sperk ist dran. Er dachte schon wieder voraus: „Ihr macht doch nächste Woche bestimmt wieder so eine Osterausflugtipps-Seite, braucht ihr da mehr Platz?“. „Bist du wieder da“, rufe ich. „Ja klar“, sagt er, „ich musste am Montag zur ProWein.“ Von wegen Erholung, von wegen Pause. Mir fällt ein: Alexander Sperk ist ein großer und fundierter Weinkenner. Im Internet schreibt er ein Weintagebuch, das „Pfälzer Weinblog“ . Sehr lesenswert, ich schaue dort immer wieder vorbei und hole mir Tipps. Klar, dass Sperk sich am Montag freigenommen hatte, um zur Internationalen Fachmesse „ProWein“ nach Düsseldorf zu fahren. Terroir statt Tabellen, Grapefruit- und Vanille-Aromen statt farblose Wahldaten. Ich bin ein bisschen neidisch. Und ich bin gespannt, was Sperk aus Düsseldorf an Eindrücken, Neuentdeckungen für sein „Pfälzer Weinblog“ mitgenommen hat.

Dieses Blog „Wahlzeit“ wird am morgigen Freitag nach sieben Wochen zu Ende gehen. Bis dahin wird es von uns dort noch ein paar Einträge geben. Chefredakteur Michael Garthe wird dann den Schlusspunkt setzen. Sollten Sie Blog-Entzugserscheinungen bekommen, dann schauen Sie doch einfach beim „Pfälzer Weinblog“ von Alexander Sperk vorbei. Dort ist wirklich unglaublich viel Pfalzgefühl und Pfalzleidenschaft drin.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt am von .
Rolf Schlicher

Über Rolf Schlicher

Geboren 1955 am Fuße des Betzenbergs. Während des Studiums (Politikwissenschaften, Germanistik) Volontariat bei der RHEINPFALZ. Leitet dort seit 2000 das Ressort „Südwestdeutsche Zeitung“. Begleitete bisher journalistisch sechs Landtagswahlen. Für sein Buch „Das Pfälzer Tischleindeckdich“ 2015 mit dem „Medienpreis Pfalz“ des Bezirksverbandes ausgezeichnet.