Spätlese


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So ganz stimmt es nicht. Der Wahlabend ist immer noch nicht ganz zu Ende. Der Chefredakteur hat in seinem Beitrag nämlich nur für die Mantelredaktionen gesprochen – die Print-Kolleg*innen, die fürs Überregionale zuständig sind und hier in der Ludwigshafener Zentrale der RHEINPFALZ zwar im selben Gebäude, aber irgendwie auch in einer anderen Zeitlinie sitzen als wir von der Online-Redaktion.

Jetzt haben sich die Leute fürs Gedruckte verzogen, niemand Unbefugtes spielt mehr an unseren Gadgets herum, es rauschen nur noch die Server, wir haben ein Auge auf das Kommentariat bei Facebook und fluchen ein bisschen über die komplexen Seiten, die notwendig sind, die Wahlergebnisse übersichtlich und verständlich rüberzubringen; die Übersetzung dieser Informationen in eine digitale Form gehört nämlich auch in unsere Zuständigkeit, und das ist manchmal eine ganz schön haarige Angelegenheit. Außerdem sind die Andruckzeiten an Wahlabenden nach hinten verschoben – sprich: Die letzten fertigen Seiten müssen für manche Ausgaben erst weit nach Mitternacht auf dem Server der Druckerei liegen. Heute zum Beispiel ist 1 Uhr 30 die letzte Grenze, und in den Lokalredaktionen gibt es Leute, die arbeiten tatsächlich so lange. Und weil manche Daten bei uns erst ankommen, wenn die Print-Seiten fertig sind, arbeiten wir auch so lange.

Was machen wir die ganze Zeit? Tja, das fragen sich manche. Ich zum Beispiel habe beschlossen, noch einen Blog-Artikel zu schreiben. Und ich bin genau rechtzeitig fertig, um die Ludwigshafener und die Speyerer Ausgabe zu verarzten; und dann gehe ich nach Hause und folge der Empfehlung meines Chefredakteurs für die späte Feierabend-Gestaltung – denn wir machen hier bei Online vieles anders als Print, aber nicht alles …

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Juni Huber

Über Juni Huber

Sitzt/steht/rennt im Maschinenraum (der Onlineredaktion). Administriert, moderiert, bramarbasiert und eskaliert, beantwortet gelegentlich technische Fragen in den Kommentaren, kocht und trinkt Kaffee. Ihr Kürzel ist rätselhafterweise (thom).