Warten auf grünes Licht


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Der Reiz des Neuen liegt nach der Landtagswahl überall in Mainz in der Luft – fast wie der Frühling. Neue Abgeordnete, neue Fraktionen, eine neue Regierung, die sich gerade sucht. So ist auch die Ansammlung von Grünen-Politikern zu verstehen, die gestern Abend kurz nach 18 Uhr in einem Pulk von Menschen am Münsterplatz in Mainz auf grünes Licht an der Fußgängerampel warteten.

Katharina Binz, die Landesvorstandssprecherin, das Spitzenkandidatenduo Eveline Lemke und Daniel Köbler, Umweltministerin Ulrike Höfken und, ein wenig herausragend, der Ludwigshafener Abgeordnete Bernhard Braun. Sicher waren auch die Abgeordnete Anne Spiegel aus Speyer und Thomas Petry, wie Binz Landesvorstandssprecher der Partei, irgendwo in der Menschenmenge. Sie gehören nämlich auch zum Team, das die Sondierungsgespräche über mögliche Koalitionsverhandlungen mit SPD und FDP führt. Aber wo nur mag der geheime Ort sein, an dem die Sondierung stattfand? In der Nähe dieser Kreuzung gibt es zwei Shisha-Bars und einen Kebap-Laden. Das wäre echt geheim! Darauf käme niemand. Es gibt aber auch ein Bürohochhaus mit viel Leerstand und ein Hotel mit Konferenzräumen. Und waren nur die Sozialdemokraten dabei oder auch die FDP? Fragen über Fragen.

Einen ganz anderen Pulk bildeten am Nachmittag Journalisten vor der Geschäftsstelle des Landesverbands der Alternative für Deutschland (AfD) in der Innenstadt. Für 13 Uhr hatte die neue Fraktion zur Pressekonferenz geladen. Dann wurde der Zeitpunkt auf 14.30 Uhr verschoben und zuletzt auf 15 Uhr. Die Landtagsneulinge haben eben noch keine Erfahrung, wie lange es dauert, eine Satzung zu verabschieden und den Fraktionsvorstand zu wählen. Während die Journalisten kurz vor drei in dem schmucklosen Zweckbau vor den Büroräumen der AfD warteten, kam plötzlich eine Mitarbeiterin einer Zeitarbeitsfirma aus dem Nachbarbüro und beschwerte sich bitterlich über den verstopften Gang. Das würde die Bewerber abschrecken. Und wir dachten, die AfD würde uns unfreundlich empfangen. Weit gefehlt. Was der frisch gebackene Fraktionsvorsitzende zu sagen hatte und was es außer Kaffee und Wasser zu trinken gab, das lesen Sie heute in der RHEINPFALZ – gedruckt oder digital als App oder E-Paper.

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Karin Dauscher

Über Karin Dauscher

Karin Dauscher (49) beobachtet die Landespolitik seit 2001. Sie hat Rot-Gelb, Rot und Rot-Grün an der Regierung erlebt, die Einführung der Ganztagsschule, den Streit um den Nürburgring und das Ringen um die Energiewende. Nach einem Studium der Germanistik, der Politikwissenschaft und der Vergleichenden Literaturwissenschaft volontierte sie in der Öffentlichkeitsabteilung der BASF und wechselte 1994 zur RHEINPFALZ. Ihr Kürzel: kad