Zumindest eine Haushaltsfrage wäre geklärt


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Tag 1 nach den Landtagswahlen. Der lange Weg zurück zur Normalität beginnt – nicht nur im Redaktionsalltag. Auch das Straßenbild wird sich in den kommenden Wochen wieder verändern. Langsam aber sicher werden die Wahlplakate, die bisher allerorts den öffentlichen Raum zierten, aus ebendiesem wieder verschwinden: Sie werden abgehängt, übermalt oder sterben, der Witterung ausgesetzt, eines natürlichen Wahlplakat-Todes, verbleichen und zerfleddern, bis nichts mehr als die Erinnerung an sie übrig bleibt.

Was wurde in diesem Blog nicht alles über Wahlplakate geschrieben (hier, hier oder hier). Arno Becker hatte es ein Exemplar der FDP besonders angetan, auf dem die Partei ihren Spitzenkandidaten Volker Wissing als Mann für die besonderen Fälle anpries mit den Worten: „Der macht den Haushalt“ (hö hö hö, lustig, weil ja zwei Frauen um das Amt der Ministerpräsidentin buhlten, und hö hö hö, doppelt lustig, weil Finanzen und Haushalt und so).

Den Haushalt hätte Volker Wissing ja lieber für Julia Klöckner gemacht, aber daraus wird jetzt bekanntlich nichts. Ob er ihn auch für Malu Dreyer schmeißt, ließ er bisher noch offen. Bei einem bekannten Elektromarkt ist die Erinnerung an Wissings Haushalts-Anspruch jedenfalls wohl noch frisch – zumindest wir in der Redaktion können uns nicht erklären, was das aktuelle Werbeprospekt uns sonst sagen möchte: „Hauptsache DIE machen den Haushalt“, steht da, neben Abbildungen diverser Kühlschränke und Waschmaschinen. Stimmt ja: Zumindest den heimischen Haushalt sollte man in den kompetenten Händen elektrischer Haushaltshelfer belassen. Die lassen es dann auch erst gar nicht zum Geschlechter-Kompetenz-Gerangel kommen. Denn heutzutage können bekanntlich sowohl Männlein als auch Weiblein die Geräte bedienen.

 

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Anna Warczok

Über Anna Warczok

1987 im polnischen Kattowitz geboren, wuchs aber im saarländischen Homburg auf. Hat dort jedoch nie bei einer Landtagswahl abgestimmt, da sie 2006 in die Pfalz zog, um in Germersheim Übersetzungswissenschaften zu studieren. Seit 2015 Volontärin bei der RHEINPFALZ, beobachtet zurzeit im Südwest-Ressort den redaktionellen Ausnahmezustand rund um die Landtagswahlen.